Projekt

Daten zum Projekt

Castingshows als global gehandeltes Musiktheater - eine transkulturelle Perspektive auf Format-Adaptionen im globalen Süden

Initiative: "Originalitätsverdacht?" Neue Optionen für die Geistes- und Kulturwissenschaften
Ausschreibung: Komm! ins Offene...
Bewilligung: 15.05.2017
Laufzeit: 1 Jahr

Projektinformationen

Ihre weltweite Vermarktung und immense Beliebtheit machen Castingshows zu einem globalen Massen-Phänomen, konzipiert im Globalen Norden und in die gesamte Welt exportiert. Fragen nach Machtverhältnissen, Profitverteilung, Wertevermittlung liegen auf der Hand. Trotz der offenkundigen Bedeutung dieser Relationen wurden die performativen, musikalischen, theatralen Praktiken bislang kaum untersucht, insbesondere nicht aus einer transkulturellen Perspektive. Dabei versprechen gerade diese Aufschlüsse über einerseits gezielte Glokalisierungsprozesse der Formate und andererseits Prozesse der Aneignung und Resignifikation durch die Akteure auf und hinter der Bühne und vor den Bildschirmen. Um sich diesem Komplex explorativ zu nähern, werden im Projekt zwei Denkmodelle vorgeschlagen: 1. das des Musiktheaters, d.h. die Analyse von Castingshows als Musiktheater im erweiterten Sinne, und 2. das der kulturellen Mobilität, anknüpfend an deren Bedeutung für die Konstitution von Kultur sowie für Machtverhältnisse, Identitätskonstruktionen und Alltagsphänomene. Anhand einer exemplarischen Aufarbeitung einzelner Musiktheaterkomponenten (Besetzungspraxis: Jury, Kandidat*innen, Gewinner*innen; Inszenierung und Aufführung: Einzelanalysen von Auditions und Live-Shows; Rezeption: Pressespiegel, Gruppengespräche bzw. Interviews) von ausgewählten Staffeln arabischer und afrikanischer "Got Talent"-Adaptionen sollen explorativ Bewegungen und Aushandlungsprozesse zueinander in Relation gesetzt werden und somit die Tragfähigkeit der Konzeptualisierung von Castingshows als Musiktheater und Paradigma kultureller Mobilität für die Analyse identitärer Formationsprozesse ausgelotet werden.

Projektbeteiligte

  • Dr. Marie-Anne Kohl

    Universität Bayreuth
    Forschungsinstitut für Musiktheater
    FIMT
    Schloss Thurnau