Projekt

Daten zum Projekt

Nachlass zu Lebzeiten. Das Gesamtwerk als Horizont künstlerischer Produktion in der Moderne und Gegenwart

Initiative: "Originalitätsverdacht?" Neue Optionen für die Geistes- und Kulturwissenschaften
Ausschreibung: Komm! ins Offene...
Bewilligung: 15.05.2018
Laufzeit: 1 Jahr

Projektinformationen

Das Projekt untersucht die Aufwertung des Gesamtwerks zu einem privilegierten Kontext des Einzelwerks in der Moderne und Gegenwart. Während das 'Meisterwerk' noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert als unumstrittener Maßstab einer erfolgreichen Künstlerkarriere galt, produzieren Künstler seit dem späten 19. Jahrhundert ihre Werke zunehmend in Serien und stellen ganze Werkgruppen in Einzelausstellungen aus. Sie begannen dabei ihr - in letzter Konsequenz erst posthum zu erfassendes - OEuvre gleichsam vorwegzunehmen: Sie führten selbst ihren Werkkatalog, erstellten transportable Sammlungen ihrer Hauptwerke oder arbeiteten bisweilen sogar an lebenslangen Projekten. Mit der Selbsthistorisierung wird zum einen ein autoritativer Kontext geschaffen, in dem die vergangenen, aktuellen und künftigen Werke betrachtet und diskutiert werden sollen. Zum anderen machen diese Praktiken bereits geschaffene Arbeiten als eine Art Residuum der künftigen Produktion verfügbar. Die hier skizzierte Studie wird den Vorstellungen und Praktiken der Werkkonzeption nachgehen. Sie zielt dabei zum einen auf eine Sichtbarmachung des OEuvres als einen wichtigen und bislang völlig vernachlässigten Umstand der künstlerischen Produktion ab; zum anderen will sie eine Kritik der bis heute in der Kunstgeschichte und der populären Kunstbetrachtung äußerst wirksamen und nicht selten biologisch fundierten Analogiebildung zwischen Leben und Werk leisten.

Projektbeteiligte

  • Prof. Dr. Barbara Wittmann

    Universität der Künste Berlin
    Fakultät Bildende Kunst
    Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik
    Berlin