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Konturen einer Animalogie. Erkundigungen über die Diskursfähigkeit der Theologie im Angesicht der Tiere

Initiative: "Original - isn't it?" New Options for the Humanities and Cultural Studies
Call : Komm! ins Offene...
Allocation: May 9, 2019
Period of funding: 1 Year

Project information

Die modernen Gesellschaften betrauern das zunehmende Verschwinden der Tiere. Sie beklagen das Artensterben, üben sich in Kritik an der Tierindustrie und fordern einen Bewusstseinswandel. Dennoch fehlt ein Konsens darüber, was genau uns eigentlich fehlt, wenn uns die Tiere fehlen. Der drohende Abschied von den Tieren spiegelt sich in der Tatsache, dass Tiere in der Theologie beinahe unsichtbar sind. Ist ihr (Aus-)Sterben nicht auch Konsequenz einer Theologie, die den Tieren mangels "Vernunftseele" kein vollwertiges Leben zugestehen wollte, weder irdisch noch in den Dimensionen der Vollendung? Dass wir heute um den moralischen Status der Tiere und die Bedeutung ihres Lebens und Sterbens ringen, ergibt sich womöglich erst aus dem Problemhorizont, dass die Theologie beides lange in Abrede gestellt hat und weder die Ewigkeitsfähigkeit der Tiere (profan: den Wert ihrer Lebendigkeit), noch ihre Erlösungsbedürftigkeit (profan: ihre moralische Relevanz) anzuerkennen gewillt war. Ziel des Projektes ist es, die theologische Bedeutung der Tiere jenseits einer bloßen Tierethik zu entdecken: Die Dogmatik kennt eine Anthropologie, selbst eine Angelologie, aber noch keine Animalogie, d.h. keine Lehre vom Lebendigen/Beseelten (anima), und insofern auch: von den Tieren (animal). Es soll die These vertreten werden, dass eine Auseinandersetzung mit den Tieren vom theologischen Verständnis davon abhängt, was "Lebendigkeit" im Sinne einer umfassenden ökologischen Heuristik bedeuten kann.

Project participants

  • Dr. Simone Horstmann

    Technische Universität Dortmund
    Fakultät Humanwissenschaften und Theologie
    Institut für Katholische Theologie
    Dortmund