Projekt

Daten zum Projekt

The Emergence of Inequality in Social Groups

Initiative: Internationale Forschung in den Computational Social Sciences
Ausschreibung: Förderlinie 2: Internationale Kooperationsvorhaben von Postdoktorand(inn)en
Bewilligung: 01.12.2016
Laufzeit: 4 Jahre

Projektinformationen

Sozioökonomische Ungleichheit ist - in kleinen Organisationen ebenso wie auf der Ebene von Nationalstaaten und Gesamtgesellschaften - eines der drängendsten gesellschaftlichen Probleme. Extrem ungleiche Verteilungen von Reichtum, Einkommen und Einfluss werden in Verbindung gebracht mit steigender Gewalt und politischer Instabilität sowie mit abnehmender Produktivität und Zufriedenheit des Einzelnen. Trotz des großen akademischen und medialen/öffentlichen Interesses an der Erforschung sozioökonomischer Ungleichheit haben die Sozialwissenschaften nur geringe Fortschritte in der Beantwortung der Frage nach der Entstehung und Festigung sozialer Ungleichheit erzielen können. Im Rahmen webbasierter Experimente werden Methoden der Sozialwissenschaften mit denjenigen der Sozialpsychologie kombiniert, um die strukturellen Bedingungen, unter denen soziale Interaktion zu Ungleichheit führt, auf Kausalitäten zu überprüfen. Um die Grenzen traditioneller, laborgebundener Verhaltensstudien zu verlassen, fokussieren sich die Experimente auf Internetnutzer bzw. Nutzer mobiler Endgeräte und konstruiert "künstliche Gesellschaften", die jeweils für Tage oder Wochen bestehen. Diese "Welten", die Dutzende von Teilnehmer(inne)n umfassen, sind groß genug, um Mechanismen der Ungleichheit auf der Makro-Ebene zu testen, und klein genug, um wiederholte Tests mit veränderten Bedingungen durchzuführen. Sie erlauben die experimentelle Manipulation der Sichtbarkeit gegebener oder erworbener Merkmale, der Veränderbarkeit von Beziehungen, der Identität von Untergruppen, der Arten ökonomischer Interaktion, der anfänglichen Bedingungen und der Zielanreize. Durch die Variation dieser Bedingungen ermöglichen die Experimente eine Analyse von Homophilie, Diskriminierung, Gruppen-Bias, Konkurrenz oder Risikoverhalten, die, so die Erwartung, in unterschiedlichen Ausprägungen Ungleichheit auf Gruppenebene zur Folge haben.

Projektbeteiligte

  • Dr. Claudia Wagner

    GESIS - Leibniz-Institut für
    Sozialwissenschaften
    Abteilung Computational Social Science
    CSS
    Köln

  • Dr. Andrew Mao

    University of Aarhus
    Department of Management
    Aarhus V
    Dänemark

  • Dr. Milena Tsvetkova

    London School of Economics &
    Political Science
    Department of Methodology
    Columbia House 8.03
    London
    Grossbritannien