Projekt

Daten zum Projekt

Schwarze Löcher und forensische Imagination: eine Nicht-Bild-Geschichte

Initiative: "Originalitätsverdacht?" Neue Optionen für die Geistes- und Kulturwissenschaften
Ausschreibung: Komm! ins Offene...
Bewilligung: 15.05.2018
Laufzeit: 1 Jahr

Projektinformationen

Ausgehend von den durch gezieltes Verschwindenlassen produzierten "schwarzen Löchern" beschäftigt sich das Projekt mit der Möglichkeit, diese zu 'füllen', also die Gewalt und ihre Bearbeitung erzählbar zu machen. Der Terror des Verschwindens kommuniziert, zu Zeiten der Diktaturen aber auch in den Gewaltszenarien der Gegenwart, die absolute Verfügung über das Menschsein. Als Ausgangspunkt für eine Strategie der Gegenkommunikation wird hier die forensische Anthropologie gesetzt, die den Erzählungen des Terrors eine der Re-Humanisierung entgegenzusetzen vermag: Sie holt den toten Körper in die soziale Welt zurück, sie kann unsichtbar gemachte Verbrechenszusammenhänge rekonstruieren. Mittels einer Kombination aus Text- und Bildessay soll ausgelotet werden, wie sich von solchen forensischen Prozessen und Fragen erzählen lässt: Inwiefern haben Tote Menschenwürde oder gar -rechte? Inwiefern können Bilder Gewalt ausüben und wie können wir diese durchkreuzen? Welche ethischen, ästhetischen und (bild)politischen Implikationen hat unser eigenes Bildhandeln? Dabei kann das Vorhaben auf ein umfangreiches Bildarchiv aus mehrjähriger Feldarbeit zurück greifen; als Hintergrundfolie dient das aktuelle Gewaltszenario in Mexiko, wo derzeit neuartige forensische Praxen und Landschaften entstehen. In einem aus Schreiben und Editieren gemixten Arbeitsprozess soll ein web-basiertes, nichtlineares Format der Veröffentlichung entwickelt werden; dafür wird mit einem Medienschaffenden und einem Programmierer zusammengearbeitet.

Projektbeteiligte